AUFGELESEN. Heute: Alles mokka, oder was?

Schöne Aussichten. Sonja Zekri von der Süddeutschen Zeitung über die Hoffnung einer ägyptischen Frau auf eine bessere Zukunft:

„(…) Ein Albdruck ist von Ägypten genommen, nun sind die Erwartungen gewaltig (…). Azza Kaman jedenfalls ist zu allem bereit. Sie ist 24, unterrichtet Englisch, und in ihren mokkabraunen Augen brennt das Feuer der neuen Zeit (…).“

Es wäre schön gewesen, hätte Frau Zekri auf die klischeebeladenen Beschreibungen „mokkabraune Augen“ und „brennendes Feuer“ verzichtet. Oder würden Sie gern das hier lesen: „Susanne Meyer hat nie in ihren Job zurückgefunden. Heute wagt die entschlossene Brünette den Neuanfang. In ihren mokkabraunen Augen lodert das Feuer eines Menschen, der es nochmal wissen will.“

Unpassend oder? Genau. Wenn wir Geschichten aus 1001 Nacht lesen wollen, kaufen wir nicht die Süddeutsche, sondern ein Märchenbuch.

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Über moehrenstrasse

Georgina Fakunmoju studierte Europäische Medienwissenschaft in Potsdam und Journalismus in Monterrey, Mexiko. Hospitationen u. a. bei SPIEGEL, ZDF, NDR, Radio Bremen und BILD, darüber hinaus Veröffentlichungen u.a. bei Tagesspiegel und dpa. Freie Journalistin und Online-Redakteurin bei der Werkstatt der Kulturen in Berlin.
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